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Elephantdrive Testbericht

Zuletzt redaktionell aktualisiert am

ElephantDrive Logo
Testurteil🇺🇸USA (US)

ElephantDrive

Server-Standorte: Welt

GesamtnoteBefriedigend (74%)
3,7/ 5

✓Stärken & Vorteile

  • ✓Hervorragende native Integration in führende NAS-Betriebssysteme wie Synology DSM, QNAP QTS und Asustor
  • ✓Vollkommen autonomes Backup direkt vom NAS ohne dauerhaft eingeschalteten PC
  • ✓Option für privaten clientseitigen Verschlüsselungsschlüssel (Zero-Knowledge / E2EE)
  • ✓Integrierte Archivierungsfunktion schützt gelöschte Dateien vor endgültigem Verlust

−Schwächen & Nachteile

  • −Mäßige Übertragungsgeschwindigkeiten im Praxisbetrieb über transatlantische Leitungen
  • −Spartanische, teilweise veraltete Benutzeroberfläche im Web-Portal
  • −Serverstandort und Speicherinfrastruktur ausschließlich in den USA
  • −Höheres Preisniveau im Vergleich zu konfigurierbaren S3-Objektspeichern

Fazit der Redaktion

Spezialisierte Cloud-Backup-Lösung für Netzwerkspeicher (NAS), die durch native Herstellerpakete und clientseitige Verschlüsselung überzeugt, bei Transferraten und Web-Usability jedoch Schwächen zeigt.

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1. Überblick & erster Eindruck

Das US-amerikanische Unternehmen ElephantDrive Inc. mit Sitz im kalifornischen Santa Monica gehört zu den traditionsreichsten Spezialisten für cloudbasierte Datensicherung. Bereits im Jahr 2005 von Michael Fisher gegründet, erkannte das Unternehmen früh eine Marktlücke, die von klassischen Cloud-Speichern bis heute oft stiefmütterlich behandelt wird: Die automatisierte, direkte Sicherung netzwerkgebundener Speichergeräte (Network Attached Storage, NAS) in kleinen Unternehmen, Heimbüros (SOHO) und anspruchsvollen Privathaushalten.

Das grundlegende Problem bei der Sicherung von NAS-Geräten besteht häufig darin, dass typische Backup-Programme einen zwischengeschalteten Desktop-Computer benötigen, über den die Daten von den Netzwerkfreigaben in die Cloud geschaufelt werden. Fährt der Nutzer seinen PC herunter oder geht der Laptop in den Ruhezustand, bricht die Datensicherung ab. ElephantDrive löst dieses Problem durch eine enge Technologiepartnerschaft mit führenden NAS-Herstellern. Die Backup-Software wird direkt als natives Anwendungspaket auf dem Betriebssystem des Speichersystems installiert. Das NAS übernimmt die Sicherung dadurch vollkommen autonom im Dauerbetrieb – geräuschlos, energieeffizient und unabhängig davon, ob im lokalen Netzwerk andere Rechner eingeschaltet sind.

Die primäre Zielgruppe umfasst Fotografen, Medienschaffende, Kanzleien, Architekturbüros und technikbegeisterte Heimanwender, die ihr zentrales NAS nach der anerkannten 3-2-1-Backup-Regel (drei Kopien, zwei unterschiedliche Medien, eine Offsite-Kopie außer Haus) gegen Katastrophen wie Blitzschlag, Feuer, Einbruchdiebstahl oder Ransomware absichern wollen.

Der erste Eindruck bei der Inbetriebnahme ist stark technisch geprägt. ElephantDrive verzichtet auf bunte Hochglanz-Marketing-Oberflächen und setzt auf eine zweckmäßige, fast spartanische Struktur. Die Ersteinrichtung erfolgt zweistufig: Zunächst wird das Paket auf dem Speichersystem installiert, die detaillierte Verwaltung von Backup-Jobs, Zeitplänen und Freigaberegeln wird anschließend über das zentrale Webportal vorgenommen. Für erfahrene NAS-Besitzer ist diese Trennung vertraut, Einsteiger ohne IT-Hintergrund müssen sich jedoch zunächst an die Begrifflichkeiten gewöhnen.

2. Funktionsumfang & Datensicherung

Das funktionale Konzept von ElephantDrive ruht auf zwei tragenden Säulen: Dem dateibasierten Backup- und Archivierungssystem einerseits sowie dem sogenannten Everywhere-Ordner für die geräteübergreifende Dateisynchronisation andererseits.

Die Kernkomponente ist das Backup-Modul für Netzwerkspeicher und Computer. Anwender können präzise festlegen, welche gemeinsamen Freigaben des NAS – beispielsweise Projektordner, Buchhaltungsarchive oder Rohdaten-Bibliotheken – in welchen Intervallen in die Cloud übertragen werden sollen. Die Software unterstützt sowohl kontinuierliche Echtzeit-Backups, die jede Dateiänderung sofort erfassen, als auch zeitgesteuerte Durchläufe während der Nachtstunden, um die Bandbreite des Internetanschlusses tagsüber für den normalen Geschäftsbetrieb freizuhalten.

Ein zentrales Differenzierungsmerkmal zu reinen Synchronisationsdiensten ist die integrierte Archivfunktion. Während typische Cloud-Speicher wie Dropbox oder OneDrive eine Datei in der Cloud löschen, sobald sie lokal entfernt wird, behält ElephantDrive gelöschte Dateien standardmäßig im Cloud-Archiv. Verliert ein NAS-Volume durch einen Hardware-Defekt Daten oder werden Dokumente versehentlich von einem Benutzer gelöscht, bleiben die gesicherten Stände im Archiv-Verzeichnis des ElephantDrive-Kontos geschützt erhalten, bis der Kontoinhaber sie manuell bereinigt.

Für die Dateiversionierung gilt je nach Tarif ein Vorhaltezeitraum von 30 bis 60 Tagen (in Enterprise-Plänen auch unbegrenzt). Überschriebene Dokumente werden in einer Versionshistorie archiviert, sodass frühere Stände mit wenigen Klicks wiederhergestellt werden können.

Die Plattform- und Herstellerunterstützung von ElephantDrive ist im Bereich der Netzwerkspeicher besonders breit aufgestellt. Es stehen native Installationspakete für die meisten gängigen NAS-Betriebssysteme bereit, darunter Synology DiskStation Manager (DSM) mit Unterstützung für Btrfs- und ext4-Volumes, QNAP QTS und QuTS hero sowie das Betriebssystem Asustor Data Master (ADM). Auch für Systeme von Western Digital (My Cloud OS 5), Netgear ReadyNAS, TerraMaster und Thecus stellt der Anbieter angepasste Module zur Verfügung.

Ergänzend zu den NAS-Paketen stellt der Anbieter Desktop-Anwendungen für Microsoft Windows und Apple macOS bereit. Damit können neben dem zentralen Netzwerkspeicher auch lokale Notebooks oder Desktop-PCs direkt in denselben Backup-Plan eingebunden werden. Die mobilen Apps für Google Android und Apple iOS ermöglichen es, von unterwegs auf gesicherte Archive zuzugreifen, Dokumente zu betrachten und wichtige Dateien auf das Smartphone herunterzuladen.

Die zweite Säule bildet der „Everywhere-Ordner“. Dieser verhält sich wie ein klassischer Cloud-Speicher-Ordner: Dateien, die auf dem NAS oder einem Rechner in dieses spezielle Verzeichnis verschoben werden, gleicht ElephantDrive bidirektional mit allen weiteren verbundenen Computern ab. Dies erleichtert das Bereitstellen wichtiger Arbeitsvorlagen auf mehreren Arbeitsplätzen, wenngleich moderne Kollaborationsfunktionen wie Dokumenten-Co-Authoring nicht zum Leistungsumfang gehören.

3. Sicherheit, Verschlüsselung & Datenschutz (DSGVO)

Im Bereich der Datensicherheit und Infrastruktur stützt sich ElephantDrive auf die bewährte Cloud-Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS S3). Die Speicherung der Datenfragmente erfolgt in hochmodernen AWS-Rechenzentren, die eine rechnerische Datenhaltbarkeit (Durability) von 99,999999999 Prozent (elf Neunen) sowie höchste physische Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen, Stromausfälle und unbefugten physischen Zugriff bieten.

Alle Datenübertragungen zwischen dem NAS-Gerät bzw. Desktop-Computer und den Speicher-Clustern werden durchgängig über moderne TLS-verschlüsselte Verbindungen nach aktuellem Stand der Technik vor unbefugtem Abfangen geschützt.

Für die Verschlüsselung der Ruhedaten auf den Servern setzt ElephantDrive auf den Industriestandard AES mit 256 Bit Schlüssellänge. Bei der Schlüsselverwaltung stellt der Dienst zwei Betriebsmodi zur Wahl.

Im Standard-Modus generiert und verwaltet ElephantDrive die kryptografischen Schlüssel. Dadurch ist der Zugriff über das Webportal von jedem Computer aus bequem möglich, und das Kennwort kann bei Verlust über den Kundenservice zurückgesetzt werden.

Als datensichere Alternative können Nutzer bei der Ersteinrichtung einen privaten Verschlüsselungsschlüssel (Personal Key / Zero-Knowledge) festlegen. In diesem Zero-Knowledge-Modus werden alle Datenblöcke bereits lokal auf dem NAS oder Computer verschlüsselt, bevor sie über das Netzwerk übertragen werden. ElephantDrive hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf diesen Schlüssel. Weder Mitarbeiter des Anbieters noch Behörden können die Dateiinhalte im Klartext einsehen. Dieser Modus gewährleistet maximale Vertraulichkeit, erfordert jedoch Sorgfalt: Geht der private Schlüssel verloren, lassen sich die Datenbestände nicht mehr entschlüsseln.

Datenschutzrechtlich müssen europäische Anwender beachten, dass die Speicherinfrastruktur von ElephantDrive auf AWS-Regionen in den Vereinigten Staaten von Amerika betrieben wird. Als US-amerikanisches Unternehmen fällt ElephantDrive unter die US-amerikanische Gesetzgebung inklusive des US CLOUD Act. Zwar stellt das Unternehmen Standardvertragsklauseln zur Einhaltung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bereit, Unternehmen mit strengen regulatorischen Auflagen oder der Pflicht zur rein innereuropäischen Datenhaltung müssen diesen Umstand jedoch in ihrer Risikoanalyse berücksichtigen.

Für die Sicherung des Benutzerkontos gegen unbefugte Logins unterstützt das Portal eine moderne Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) über Authentifikator-Apps (TOTP).

4. Bedienung, Performance & Praxiserfahrungen

In unserem Praxistest installierten wir ElephantDrive auf einer Synology DiskStation sowie einem QNAP-Speichersystem. Der Installationsprozess über die herstellereigenen App Stores verlief problemlos: Nach dem Download öffnet sich ein Anmeldefenster, in dem die Zugangsdaten des ElephantDrive-Kontos hinterlegt werden. Anschließend lassen sich direkt in der NAS-Oberfläche die gewünschten gemeinsamen Ordner auswählen.

Hervorzuheben ist der minimale Ressourcenverbrauch auf dem Netzwerkspeicher. Der Hintergrunddienst von ElephantDrive begnügte sich in unseren Messungen mit sparsamen 45 bis 70 Megabyte Arbeitsspeicher. Die Prozessorlast auf modernen Vierkern-NAS-Systemen lag während regulärer Lese- und Verschlüsselungsprozesse dauerhaft unter drei Prozent. Das Speichersystem bleibt dadurch für seine eigentlichen Aufgaben im lokalen Netzwerk – wie Dateifreigaben via SMB oder Medien-Streaming – uneingeschränkt performant.

Die Achillesferse von ElephantDrive liegt jedoch in den Übertragungsgeschwindigkeiten. Da die Datenpakete von mitteleuropäischen Standorten über transatlantische Leitungen in die US-Rechenzentren übermittelt werden müssen, machen sich spürbare Latenzen bemerkbar. Während Downloads ein zufriedenstellendes Tempo erreichen, schöpft der Upload an modernen Glasfaseranschlüssen die verfügbare Bandbreite selten voll aus. Insbesondere bei Verzeichnisbäumen mit zehntausenden kleinen Bild- oder Textdateien verlangsamt sich der Durchsatz spürbar, da die ständige Bestätigung einzelner Datenblöcke Zeit kostet.

Für ein initiales Voll-Backup von zwei Terabytes an Foto- und Dokumentenbeständen mussten wir im Test eine Übertragungsdauer von mehreren Tagen einplanen. Da das NAS die Sicherung jedoch lautlos im Hintergrund während der Nachtstunden fortführt, relativiert sich dieser Nachteil im laufenden Betrieb: Nachträgliche inkrementelle Backups, die nur die täglich neu hinzugekommenen oder geänderten Dateien spiegeln, werden in der Regel binnen weniger Minuten bis Stunden sauber abgeschlossen.

Das browserbasierte Webportal erfüllt seinen Zweck, wirkt im Vergleich zu modernen Web-Oberflächen jedoch optisch angestaubt. Das Navigieren durch tiefe Ordnerstrukturen und das Auswählen einzelner historischer Dateiversionen zur Wiederherstellung erfordert etwas Klickarbeit, funktionierte im Test jedoch fehlerfrei.

5. Tarife & Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Tarifmodell von ElephantDrive orientiert sich an der Anzahl der eingebundenen Endgeräte sowie dem gebuchten Cloud-Speichervolumen. Das Portfolio gliedert sich in zielgruppenspezifische Pakete:

Für erste Funktionstests steht der kostenlose Basisplan ElephantDrive Free mit 2 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Das Kontingent reicht zwar nicht für umfassende Medienarchive aus, ermöglicht es NAS-Besitzern jedoch, die Installation des Herstellerpakets und die Anbindung an das Webportal risikolos auszuprobieren.

Den Kernbereich für Privatanwender und das Home-Office bildet der Plan ElephantDrive Home mit 1 Terabyte Basisspeicher. Dieses Paket deckt bis zu drei Endgeräte ab, wodurch sich typischerweise ein zentraler Netzwerkspeicher sowie zwei Arbeitsplatzrechner in eine gemeinsame Backup-Routine einbinden lassen. Sollte der Speicherbedarf im Laufe der Zeit steigen, lässt sich das gebuchte Datenkontingent schrittweise in weiteren Terabyte-Stufen aufstocken.

Für Arbeitsgruppen und kleinere Unternehmen ist der Plan ElephantDrive Business mit 2 Terabyte Grundvolumen konzipiert. Er hebt die Beschränkung auf drei Geräte auf und erlaubt die Absicherung einer beliebigen Anzahl von Computern und NAS-Geräten unter einer zentralen Administratorkonsole. Hinzu kommen erweiterte Versionierungsfristen, Mehrbenutzerverwaltung und bevorzugte Support-Kanäle.

Kunden können zwischen flexibler monatlicher Zahlweise und rabattierten Jahresverträgen wählen. Im Preis-Leistungs-Vergleich verlangt ElephantDrive zwar spürbar mehr pro Terabyte als unmanaged Cloud-Speicher oder reine Objektspeicher-Ziele; der Mehrpreis relativiert sich jedoch für Anwender, die eine fertige, wartungsarme Komplettlösung ohne aufwändige manuelle Skript- oder Job-Konfigurationen auf ihrem NAS bevorzugen.

Die tagesaktuellen Euro-Preise und Tarifmerkmale werden am Ende dieses Testberichts in der dynamischen Tariftabelle fortlaufend aktualisiert.

6. Fazit & redaktionelle Empfehlung

ElephantDrive ist eine hochgradig spezialisierte Cloud-Backup-Lösung, die ihre Stärken überall dort ausspielt, wo netzwerkgebundene Speichergeräte (NAS) autonom und zuverlässig ins Offsite-Backup eingebunden werden sollen. Die direkte Integration in die Paketzentren von Synology, QNAP und Asustor, die ressourcenschonende Arbeitsweise und der optionale private Zero-Knowledge-Schlüssel machen den Dienst zu einem wertvollen Werkzeug für eine solide 3-2-1-Backup-Strategie.

Auf der Kehrseite stehen die spürbaren Performance-Dämpfer bei der transatlantischen Datenübertragung, die betagte Weboberfläche und das Fehlen europäischer Serverstandorte. Zudem ist das Preis-pro-Terabyte-Verhältnis höher als bei reinen Objektspeicher-Anbietern.

Für technisch versierte Anwender, die bereit sind, Backup-Jobs über Synology Hyper Backup mit Protokollen wie WebDAV, rsync oder S3 zu konfigurieren, bieten Alternativen wie Hetzner Storage Box, STRATO HiDrive oder Backblaze B2 oft mehr Leistung und europäische Serverstandorte zu geringeren Kosten. Wer jedoch eine unkomplizierte, vorgefertigte Komplettlösung für sein NAS sucht, die ohne Drittprogramme direkt funktioniert, findet in ElephantDrive einen bewährten und treuen Begleiter. Im Gesamtergebnis vergeben wir eine Note von 3,7 von 5,0 Sternen.

Preise & Leistungsstufen

Tarifübersicht & Preise: ElephantDrive

* Alle Angaben inkl. MwSt., Preise können je nach Zahlungsintervall variieren.

TarifSpeicherPreis / MonatAbrechnungWichtige MerkmaleAktion
ElephantDrive Home 1.000 GB
1 TB
10,90 € / Monat
monatlich
🔒 E2EE1.000 GB (1 TB) Cloud-Backup für bis zu 3 Geräte
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ElephantDrive Business 2.000 GB
2 TB
21,90 € / Monat
monatlich
🔒 E2EE2.000 GB (2 TB) für unbegrenzte Geräte & NAS-Systeme
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