iDrive Testbericht
Zuletzt redaktionell aktualisiert am
iDrive
Server-Standorte: Welt
✓Stärken & Vorteile
- ✓Sicherung unbegrenzt vieler PCs, Macs, Mobilgeräte und NAS-Systeme unter einer Lizenz
- ✓Optionale clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung mit persönlichem Schlüssel
- ✓Kostenloser physischer Festplattenversand (iDrive Express) für schnelle Erstsicherungen
- ✓Inkrementelle Sicherung auf Blockebene und Versionierung ohne Speicherabzug
−Schwächen & Nachteile
- −Serverstandorte ausschließlich in den Vereinigten Staaten
- −Dateisynchronisation im Vergleich zu reinen Sync-Diensten etwas träger
- −Wiederherstellung über die Weboberfläche bei sehr großen Datenmengen zeitaufwendig
Fazit der Redaktion
iDrive punktet als äußerst wirtschaftliche und vielseitige Backup-Lösung für Privatanwender und Unternehmen mit vielen Geräten. Die Kombination aus Cloud-Backup, NAS-Integration, optionaler Zero-Knowledge-Verschlüsselung und iDrive Express bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
1. Überblick & erster Eindruck
IDrive Inc. mit Hauptsitz im kalifornischen Calabasas gehört zu den erfahrensten Spezialisten im globalen Markt für Cloud-Datensicherung. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1995 gegründet und konzentriert sich seit über zwei Jahrzehnten auf plattformübergreifende Backup- und Archivierungslösungen für Privatanwender, Freiberufler und gewerbliche Kunden.
Im Vergleich zu Konkurrenten wie Backblaze oder Carbonite zeichnet sich iDrive durch ein grundlegend anderes Lizenzmodell aus: Anstatt ein Abonnement strikt an genau einen einzigen Computer zu binden, gestattet iDrive die Sicherung einer unbegrenzten Anzahl von Geräten über ein zentrales Speicherkontingent. Ein gebuchtes Kontingent von beispielsweise 5 Terabyte kann flexibel auf Desktop-PCs, Laptops, MacBooks, Smartphones, Tablets und sogar Netzwerkspeicher (NAS) aufgeteilt werden. Sämtliche Sicherungsstände lassen sich über eine einheitliche Weboberfläche administrieren.
Funktional verbindet iDrive zwei unterschiedliche Welten in einer Plattform:
- Das datei- und imagebasierte Cloud-Backup: Das primäre Schutzsystem für die automatisierte, zeitgesteuerte oder kontinuierliche Sicherung kompletter Betriebssysteme, Laufwerke und ausgewählter Nutzerordner.
- Das integrierte Synchronisationslaufwerk (iDrive Sync): Ein virtueller Dateiordner, der Arbeitsdateien in Echtzeit zwischen mehreren Arbeitsgeräten abgleicht und die mobile Freigabe per Web-Link ermöglicht.
Die Zielgruppe reicht von anspruchsvollen Privatanwendern und Familien mit mehreren Rechnern bis hin zu kleinen und mittelständischen Betrieben, die eine zentrale Sicherungsstrategie für Arbeitsplätze, Homeoffice-Laptops und Dateiserver aufbauen möchten. Mit einem dauerhaft kostenlosen Basistarif von 10 Gigabyte Speicherplatz bietet iDrive zudem eine unkomplizierte Einstiegsmöglichkeit zum Testen der Software.
Beim ersten Start der Desktop-Anwendung zeigt sich eine zweckmäßige, funktionsorientierte Oberfläche. Die Software führt Anwender über einen Einrichtungsassistenten durch die Erstellung des ersten Backup-Satzes. Windows- und macOS-Nutzer können auf vordefinierte Auswahlsätze wie Dokumente, Bilder und Desktop-Verzeichnisse zurückgreifen oder die Dateistruktur manuell konfigurieren. Die Lokalisierung ist ordentlich umgesetzt, wenngleich einige tiefer liegende Dialoge und Protokollmeldungen englische Fachbegriffe verwenden.
2. Funktionsumfang & Datensicherung
Die Plattformunterstützung von iDrive gehört zu den umfangreichsten im Markt für Datensicherungen. Der Dienst unterstützt folgende Umgebungen:
- Microsoft Windows (Windows 10, 11 sowie Windows Server Editionen)
- Apple macOS
- Linux-Distributionen (über Befehlszeilen-Skripte und Web-Management-Konsolen)
- Mobile Betriebssysteme (Apple iOS, iPadOS und Google Android)
- Netzwerkspeicher namhafter Hersteller (Synology DSM, QNAP QTS, Asustor ADM und Netgear ReadyNAS)
Die Datensicherung arbeitet nach dem ersten vollständigen Upload inkrementell auf Blockebene. Wenn sich in einer virtuellen Festplatte, einer Archivdatei oder einer Datenbank mit mehreren Gigabytes Größe nur einzelne Megabytes ändern, scannt der Client die Datenblöcke und überträgt ausschließlich die veränderten Bit-Fragmente. Dies entlastet die Upstream-Bandbreite des Internetanschlusses und verkürzt routinemäßige Backup-Läufe auf wenige Minuten.
Für laufende Programme und gesperrte Dateien nutzt die Windows-Software den Microsoft Volume Shadow Copy Service (VSS). Dadurch können Outlook-PST-Datendateien, offene Office-Dokumente oder aktive Datenbanken im laufenden Betrieb ohne Fehlermeldungen oder Systemunterbrechungen gesichert werden. Für die Windows-Version steht zudem ein vollständiges Disk-Image-Backup zur Verfügung: Nutzer können ein komplettes Abbild ihres Systemlaufwerks erstellen, um nach einem Festplattendefekt das gesamte Betriebssystem inklusive aller installierten Programme und Treiber auf einer neuen Festplatte wiederherzustellen.
In Bezug auf die Versionierung speichert iDrive bis zu 30 historische Dateiversionen. Ein bemerkenswerter Vorteil der Tarifphilosophie von iDrive besteht darin, dass diese historischen Versionen nicht auf das gebuchte Speichervolumen angerechnet werden. Nur die jeweils aktuellste Fassung einer Datei belegt bezahlten Speicherplatz. Über eine zeitbasierte Wiederherstellungsansicht (Point-in-Time-Recovery) lässt sich der gesamte Datenbestand auf einen exakten Kalendertag zurücksetzen, was einen verlässlichen Schutz vor Ransomware-Verschlüsselungen oder versehentlichen Löschvorgängen darstellt.
Ein weiteres Merkmal ist das sogenannte „True Archiving“: Werden Dateien auf dem lokalen Rechner gelöscht, bleiben sie im Cloud-Backup zeitlich unbegrenzt erhalten. Der Dienst löscht gesicherte Daten niemals eigenständig. Um verwaiste Dateien zu bereinigen, können Nutzer manuell das Werkzeug „Archive Cleanup“ starten, das den Cloud-Bestand mit dem aktuellen lokalen Dateisystem abgleicht und überflüssige Daten nach Bestätigung entfernt.
Für den Erst-Upload großer Terabyte-Bestände oder die Notfall-Wiederherstellung nach einem Totalschaden offeriert das Unternehmen den Dienst „iDrive Express“. Anwender können über das Kundenportal eine physische, hardwareverschlüsselte externe Festplatte anfordern, die per Kurierdienst zugestellt wird. Nach dem lokalen Aufspielen des Sicherungssatzes wird der Datenträger an das Rechenzentrum zurückgesendet, wo die Daten direkt über das interne Hochgeschwindigkeitsnetz in das Cloud-Repository eingespielt werden. Für Bezahlkunden ist dieser Express-Service einmal pro Jahr kostenlos enthalten.
3. Sicherheit, Verschlüsselung & Datenschutz (DSGVO)
Im Bereich der Informationssicherheit setzt iDrive auf robuste Industriestandards. Alle Datenübertragungen zwischen Endgeräten und den Speichersystemen werden über TLS-1.2- und TLS-1.3-Verbindungen abgewickelt. Auf den Speicher-Arrays werden sämtliche Dateien im Ruhezustand mit 256-Bit-AES verschlüsselt.
Hinsichtlich der Chiffrierung stellt iDrive Anwender bei der Kontoerstellung vor eine fundamentale Wahl:
- Standardschlüssel (Default Key): Der Schlüssel wird durch iDrive verwaltet. Dies ermöglicht den Dateizugriff über jeden Webbrowser sowie das unkomplizierte Zurücksetzen vergessener Passwörter.
- Persönlicher Schlüssel (Private Key / Zero-Knowledge): Der Nutzer vergibt eine eigene Passphrase, die auf den lokalen Endgeräten zur Verschlüsselung dient und zu keinem Zeitpunkt an die iDrive-Server übertragen wird. Nur der Nutzer selbst besitzt den Schlüssel. Weder Mitarbeiter des Anbieters noch Behörden können die Daten im Klartext einsehen. Ein Verlust der Passphrase führt jedoch zum endgültigen Datenverlust, da kein Administrator das Kennwort wiederherstellen kann. Zudem entfällt bei aktivem Privatschlüssel die webbasierte Dateifreigabe an Dritte.
Zur Absicherung des Logins unterstützt iDrive eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), wahlweise per SMS oder über standardisierte Authentifikator-Apps (TOTP).
Datenschutzrechtlich ist zu beachten, dass iDrive seine Serverinfrastruktur ausschließlich in den Vereinigten Staaten betreibt. Die Rechenzentren sind nach SOC 2 Type II zertifiziert und verfügen über modernste physische Sicherheitsvorkehrungen, biometrische Zutrittskontrollen und redundante Stromversorgungen. Für europäische Unternehmen stellt iDrive Standardvertragsklauseln zur Einhaltung der DSGVO bereit, und für das US-Gesundheitswesen werden Vereinbarungen nach HIPAA (Business Associate Agreements) unterstützt. Dennoch unterliegt das Unternehmen dem US CLOUD Act, weshalb europäische Organisationen mit besonders strengen Geheimhaltungsauflagen die Nutzung des privaten Schlüssels bevorzugen sollten.
4. Bedienung, Performance & Praxiserfahrungen
Im Praxiseinsatz überzeugt der Desktop-Client durch seinen hohen Funktionsumfang und die präzisen Einstellungsmöglichkeiten. In den Optionen lassen sich detaillierte Zeitpläne definieren: Backups können nachts zu festen Uhrzeiten, wöchentlich oder kontinuierlich über die Funktion „Continuous Data Protection“ (CDP) für Dateien unter 500 Megabyte erfolgen.
Besonders nützlich sind die Regelungen zur Bandbreitensteuerung: Anwender können getrennte Drosselungslimits für Arbeitszeiten und Nachtstunden festlegen oder die CPU-Auslastung auf älteren Systemen künstlich begrenzen, um den laufenden Rechnerbetrieb nicht zu verlangsamen.
Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt bei iDrive primär von der Latenz zu den Rechenzentren in Nordamerika ab. Bei Einzeldateien schöpft der Dienst extrem schnelle europäische Gigabit-Leitungen im Upstream selten vollständig aus; wir ermittelten im Test typische Upload-Raten zwischen 12 und 25 Megabyte pro Sekunde. Durch die inkrementelle Block-Level-Sicherung fällt dies im täglichen Betrieb jedoch kaum ins Gewicht, da nach dem initialen Backup nur noch kleine modifizierte Dateiblöcke übertragen werden.
Die mobile App für Android und iOS erfüllt ihren Zweck zuverlässig: Sie sichert auf Wunsch automatisch alle Fotos und Videos im WLAN, erstellt Sicherungskopien von Adressbüchern und Kalendern und erlaubt das Durchsuchen des gesamten Computer-Backup-Bestands vom Smartphone aus.
Die Ressourcenbelegung der Desktop-Software erwies sich im Praxistest als moderat. Der Hintergrunddienst beansprucht im Leerlauf rund 80 bis 130 Megabyte RAM und verursacht auf aktuellen Mehrkernprozessoren während der Übertragung eine CPU-Last von weniger als fünf Prozent.
5. Tarife & Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Tarifgefüge von iDrive gehört zu den wirtschaftlichsten Angeboten am Markt, insbesondere für Nutzer mit großem Datenvolumen und vielen separaten Endgeräten:
- iDrive Basic (Kostenlos):
Der Basistarif bietet 10 Gigabyte Cloud-Speicher dauerhaft kostenfrei ohne Angabe von Zahlungsdaten. Er eignet sich hervorragend zur Absicherung wichtiger persönlicher Dokumente und zum Testen der Softwarefunktionen.
- iDrive Personal:
Der beliebteste Tarif für Privatanwender, Familien und Freiberufler. Er deckt unbegrenzt viele Computer, Macs, Smartphones, Tablets und externe Festplatten ab. Verfügbar sind Kontingente von 5 Terabyte oder 10 Terabyte im Jahresabonnement. Inklusive deutscher Mehrwertsteuer zählt dieser Tarif zu den günstigsten Speicherpreisen pro Terabyte überhaupt. Einmal jährlich ist der iDrive Express Festplattenversand kostenfrei enthalten.
- iDrive Business:
Ausgelegt für Unternehmen, Agenturen und Kanzleien. Erlaubt die unbegrenzte Sicherung von PCs, Macs, Servern (Windows Server, SQL Server, Exchange, SharePoint), NAS-Systemen und virtuellen Maschinen (VMware, Hyper-V) für unbegrenzt viele Nutzer und Geräte. Die Speicherkontingente beginnen bei 250 Gigabyte und skalieren bis in den mehrstelligen Terabyte-Bereich, ergänzt um zentrale Administratorkonsolen, Unterkonten und vorrangigen Support.
Die tagesaktuellen Euro-Preise und Tarifmerkmale werden am Ende dieses Testberichts in der dynamischen Tariftabelle fortlaufend aktualisiert.
6. Fazit & redaktionelle Empfehlung
iDrive überzeugt im Praxistest als eines der vielseitigsten und preiswertesten Cloud-Backup-Systeme überhaupt. Das Alleinstellungsmerkmal, unbegrenzt viele PCs, Macs, Mobilgeräte und Netzwerkspeicher unter einem einzigen, großzügig bemessenen Speicherkontingent abzusichern, macht die Lösung für Haushalte und Betriebe mit mehreren Arbeitsplätzen deutlich wirtschaftlicher als gerätegebundene Einzellizenzen.
Die technische Ausstattung ist mit inkrementellem Block-Level-Backup, VSS-Unterstützung für offene Dateien, 30 speicherplatzneutralen Versionen, Festplatten-Kurierdienst (iDrive Express) und NAS-Anbindung auf Profi-Niveau. Nutzer, die maximale Datensouveränität wünschen, aktivieren bei der Registrierung den persönlichen Chiffrierschlüssel und erhalten verlässlichen Zero-Knowledge-Schutz.
Minuspunkte gibt es für die ausschließliche Verortung der Server in den USA sowie die etwas gemächlicheren Durchsatzraten im Vergleich zu reinen europäischen Synchronisations-Spezialisten. Wer primär nach einem schnellen kollaborativen Teamlaufwerk mit Online-Office sucht, greift besser zu Infomaniak kDrive, Google Drive oder Nextcloud. Für die umfassende, automatisierte System- und Dateisicherung heterogener Gerätelandschaften bleibt iDrive jedoch eine herausragende Empfehlung mit der verdienten Gesamtnote 4,2 (Sehr gut).
Tarifübersicht & Preise: iDrive
* Alle Angaben inkl. MwSt., Preise können je nach Zahlungsintervall variieren.
| Tarif | Speicher | Preis / Monat | Abrechnung | Wichtige Merkmale | Aktion |
|---|---|---|---|---|---|
iDrive Basic 10 GBGratis | 10 GB | 0,00 € | monatlich | 🔒 E2EE10 GB dauerhaft kostenloser Cloud-Backup-Speicher | Tarif wählen / Zum Angebot |
iDrive Business 250 GB | 250 GB | 9,08 € / Monat | jaehrlich | 🔒 E2EE250 GB Business-Backup für unbegrenzt viele Benutzer, Server & Geräte | Tarif wählen / Zum Angebot |
iDrive Personal 5 TB | 5 TB | 7,25 € / Monat | jaehrlich | 🔒 E2EE5.000 GB (5 TB) Cloud-Backup für unbegrenzt viele Geräte | Tarif wählen / Zum Angebot |
iDrive Personal 10 TB | 10 TB | 9,08 € / Monat | jaehrlich | 🔒 E2EE10.000 GB (10 TB) Cloud-Backup für unbegrenzt viele Geräte | Tarif wählen / Zum Angebot |
