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Livedrive Testbericht

Zuletzt redaktionell aktualisiert am

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Testurteil🌐UK

Livedrive

Server-Standorte: EU, Welt

GesamtnoteGut (76%)
3,8/ 5

✓Stärken & Vorteile

  • ✓Unbegrenztes Cloud-Backup für 1 PC oder Mac im Basis-Backup-Tarif
  • ✓Briefcase-Funktion als virtuelles Dateisystem-Laufwerk
  • ✓Offene Netzwerkprotokolle mit nativer WebDAV- und FTP-Unterstützung
  • ✓Integrierte Mediaplayer zum Streaming von Musik und Videos

−Schwächen & Nachteile

  • −Rechenzentren außerhalb der EU im Vereinigten Königreich (UK) und USA
  • −Keine clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung
  • −Reiner Backup-Tarif streng an genau einen einzigen Computer gebunden

Fazit der Redaktion

Livedrive bietet eine durchdachte Kombination aus unbegrenztem Rechner-Backup und mobilem Briefcase-Synchronisationsspeicher inklusive WebDAV-Zugriff, bleibt bei Datenschutz und Verschlüsselung jedoch hinter europäischen Zero-Knowledge-Wettbewerbern zurück.

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1. Überblick & erster Eindruck

Das britische Cloud-Unternehmen Livedrive Internet Limited mit Hauptsitz in London wurde Ende 2008 von Andrew Michael und Nicholas Cowell gegründet. Michael hatte zuvor bereits den erfolgreichen Webhosting-Konzern Fasthosts aufgebaut und nutzte diese Infrastruktur-Erfahrung, um Livedrive zu einem etablierten Akteur im europäischen Markt für Online-Datensicherung und Dateisynchronisation zu formen. Später wurde das Unternehmen von der US-amerikanischen Cloud- und Internet-Gruppe j2 Global (heute Ziff Davis Inc.) übernommen.

Ein wesentlicher Faktor für die weltweite Verbreitung von Livedrive war die White-Label-Strategie: Große Unterhaltungselektronik- und IT-Fachhandelsketten wie Currys und PC World im Vereinigten Königreich oder CompUSA in den USA vertrieben die Technologie über viele Jahre als standardmäßige Backup-Dreingabe beim Computerkauf. Parallel dazu vermarktet Livedrive seine Dienste unter eigenem Namen auch direkt an Endanwender und Geschäftskunden im DACH-Raum, unterstützt durch eine lokalisierte deutsche Weboberfläche.

Das architektonische Profil von Livedrive basiert auf einer dualen Produktstrategie:

  1. Das unbegrenzte Backup-System: Ein spezialisierter Hintergrunddienst für Windows und macOS, der alle persönlichen Dateien eines kompletten Rechners automatisiert in die Cloud spiegelt, ohne dass ein künstliches Gigabyte-Limit greift.
  2. Der virtuelle Aktenkoffer (Briefcase): Ein vollwertiges Synchronisations- und Netzlaufwerk, das Dateien zwischen beliebig vielen Desktop-Rechnern, Laptops und Mobilgeräten in Echtzeit abgleicht und freigibt.

Die Zielgruppe teilt sich entsprechend auf: Privatanwender mit großen Medienarchiven auf einem zentralen Heim-PC greifen zum reinen Backup-Tarif, während Berufstätige und Freiberufler mit mehreren mobilen Arbeitsgeräten vom Briefcase-Modell oder dem kombinierten Pro-Suite-Paket profitieren.

Nach der unkomplizierten Registrierung auf der Website begrüßt Livedrive den Nutzer mit einem übersichtlichen Web-Portal. Ein Download-Bereich stellt die Desktop-Installationsdateien für Windows und macOS bereit. Die Ersteinrichtung verläuft geführt und ohne Hürden: Der Assistent fragt ab, ob der Rechner komplett gesichert werden soll und weist dem virtuellen Briefcase-Ordner auf Wunsch direkt einen eigenen Laufwerksbuchstaben zu.

2. Funktionsumfang & Datensynchronisation

Livedrive deckt alle gängigen Betriebssysteme und Arbeitsumgebungen ab. Für Arbeitsplatzrechner stehen native Desktop-Programme für Microsoft Windows und Apple macOS zur Verfügung. Auf mobiler Ebene werden Apple iOS und Google Android über offizielle Apps bedient.

Im Alltag unterscheidet die Software klar zwischen den beiden Speicherbereichen:

  • Das Backup-Modul: Arbeitet weitgehend autonom im Hintergrund. Nach der Erstkonfiguration überwacht die Software ausgewählte Verzeichnisse wie Dokumente, Bilder, Musik, Videos und Desktop-Ordner. Neu erstellte oder veränderte Dateien werden kontinuierlich in das Cloud-Archiv übertragen. In den erweiterten Optionen können Nutzer externe USB-Laufwerke einbinden sowie Ausschlüsse für bestimmte Dateiendungen definieren.
  • Das Briefcase-Laufwerk: Erscheint unter Windows als eigenständiges virtuelles Netzlaufwerk (beispielsweise als Laufwerk L:\) im Explorer und unter macOS als gemountetes Volume. Dateien und Ordner, die in diesen Bereich kopiert oder verschoben werden, synchronisieren sich in Echtzeit auf alle mit demselben Livedrive-Konto verbundenen Geräte. Da das Briefcase als Dateisystem-Treiber arbeitet, verbrauchen die Inhalte auf Wunsch keinen lokalen Speicherplatz, solange sie nicht zur Offline-Nutzung markiert wurden.

Ein wichtiges technisches Alleinstellungsmerkmal des Briefcase-Tarifs gegenüber vielen Mitbewerbern ist die Bereitstellung offener Netzwerkprotokolle:

  • WebDAV-Schnittstelle: Nutzer können das Briefcase ohne Livedrive-Client-Software nativ über WebDAV in Linux-Umgebungen, Netzwerkspeicher (NAS) oder alternative Dateimanager einbinden.
  • FTP- und SFTP-Zugang: Erlaubt den automatisierten Datenabgleich über Skripte, Kommandozeilenwerkzeuge oder automatisierte Backup-Routinen von Drittanbietern.

Für die Freigabe und Zusammenarbeit stehen bewährte Werkzeuge bereit: Über das Kontextmenü im Dateimanager oder die Weboberfläche können Anwender Freigabelinks zu einzelnen Dateien oder ganzen Ordnern erzeugen. Diese Links lassen sich durch individuelle Passwörter schützen, mit einer zeitlichen Gültigkeitsdauer versehen oder auf eine maximale Anzahl von Downloads beschränken.

Dank integrierter Web-Mediaplayer können freigegebene Video- und Musikdateien direkt im Browser der Empfänger abgespielt werden, ohne dass die Mediendateien zunächst auf das lokale Endgerät heruntergeladen werden müssen. In den geschäftlichen Business-Varianten stehen zudem gemeinsame Team-Ordner mit getrennten Lese- und Schreibberechtigungen zur Verfügung.

3. Sicherheit, Verschlüsselung & Datenschutz (DSGVO)

Datensicherheit und Serverarchitektur sind zentrale Kriterien bei der Wahl eines Cloud-Anbieters. Livedrive betreibt seine primären Speichersysteme in mehreren ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren im Großraum London (Vereinigtes Königreich) sowie ergänzenden Standorten in den USA. Die Rechenzentren verfügen über unterbrechungsfreie Stromversorgungen mit Notstromaggregaten, moderne Brandschutz-Löschanlagen und permanente biometrische sowie videoüberwachte Zutrittskontrollen.

Bei der Datenübertragung zwischen Endgeräten und den Livedrive-Clustern kommt eine TLS/SSL-Verschlüsselung mit starker Chiffre zum Einsatz. Auf den Festplatten-Arrays im Rechenzentrum werden alle gespeicherten Daten (Data at Rest) standardmäßig mit 256-Bit-AES verschlüsselt abgelegt.

Hinsichtlich der Schlüsselverwaltung folgt Livedrive dem anbieterverwalteten Modell. Eine clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung mit einem privaten, ausschließlich dem Nutzer bekannten Schlüssel steht nicht zur Verfügung. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass Livedrive Web-Vorschauen, Dateikonvertierungen und Browser-Streaming anbieten kann, bedeutet im Gegenzug jedoch, dass der Betreiber technisch im Besitz der Generalschlüssel bleibt.

Zur Absicherung des Benutzerzugangs bietet Livedrive eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Bei Aktivierung müssen Anwender neben Benutzername und Passwort einen zeitbasierten sechsstelligen Einmalcode (TOTP) aus einer Authentifikator-App eingeben.

Für die Ausfallsicherheit und Revisionssicherheit implementiert Livedrive zwei Schutzmechanismen:

  • Historische Versionierung: Bei jeder Bearbeitung einer Datei im Briefcase oder Backup-Bereich archiviert das System bis zu 30 frühere Versionsstände. Bei Fehlbearbeitungen oder Beschädigungen können ältere Stände über die Weboberfläche wiederhergestellt werden.
  • Gelöschte Dateien: Versehentlich gelöschte Dateien verbleiben für mindestens 30 Tage in einem serverseitigen Papierkorb und können mit ihren ursprünglichen Verzeichnispfaden zurückgespielt werden.

Datenschutzrechtlich ist die Einordnung des Vereinigten Königreichs nach dem Brexit von Bedeutung. Zwar hat die Europäische Kommission für das Vereinigte Königreich einen Angemessenheitsbeschluss erlassen, der ein im Wesentlichen gleichwertiges Datenschutzniveau bestätigt, dennoch unterliegt Livedrive als Tochter einer US-Holdinggesellschaft potenziellen Zugriffspflichten internationaler Behörden. Für hochsensible berufsgeheimnisträgerische Daten aus dem DACH-Raum sollten daher rein europäische Zero-Knowledge-Lösungen vorgezogen werden.

4. Bedienung, Performance & Praxiserfahrungen

Im praktischen Testalltag besticht die Briefcase-Komponente durch ihre intuitive Integration in das Betriebssystem. Das Arbeiten mit dem virtuellen Laufwerk fühlt sich an wie der Umgang mit einer lokalen Festplatte oder einem USB-Stick. Das Kopieren, Verschieben und Umbenennen von Dateien geht flüssig von der Hand.

Die Desktop-Software bietet im Einstellungsmenü fein abgestufte Steuerungsoptionen:

  • Sicherungsfenster: Nutzer können Backup-Aktivitäten gezielt in lastarme Zeiten (beispielsweise nachts oder in die Mittagspause) verlegen.
  • Bandbreitenbegrenzung: Separate Schieberegler für Upload- und Download-Geschwindigkeiten verhindern, dass großvolumige Sicherungsläufe die Internetverbindung für Telefonie, Video-Streaming oder Homeoffice blockieren.
  • Integritätsüberprüfung: In regelmäßigen Abständen prüft die Software die Prüfsummen der lokalen Dateien gegen die Cloud-Bestände, um stille Datenfehler aufzudecken.

Bei den Geschwindigkeitsmessungen zeigte Livedrive ein solides, aber nicht überragendes Bild. An einem 250-Mbit/s-Breitbandanschluss erreichten Uploads im Durchschnitt 10 bis 18 Megabyte pro Sekunde. Bei sehr vielen kleinen Dateien, etwa Programmquellcodes oder umfangreichen Fotoarchiven, drosselt der Overhead der Dateisystemprüfungen das Tempo spürbar. Für den kontinuierlichen Dateiabgleich im Alltag ist die Leistung jedoch völlig ausreichend.

Die mobilen Apps für iOS und Android funktionierten im Test zuverlässig. Besonders die automatische Hintergrundsicherung von mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos und Videos erwies sich als praxistauglich. Das Streaming von Musik und Videos aus dem Briefcase startete nach kurzer Pufferzeit von wenigen Sekunden.

Der Ressourcenverbrauch der Desktop-Software auf Windows- und Mac-Systemen liegt mit rund 90 bis 140 Megabyte belegtem Arbeitsspeicher in einem erfreulich sparsamen Bereich. Die Hintergrundprozesse erzeugen abseits aktiver Scan-Phasen kaum nennenswerte Prozessorlast.

5. Tarife & Preis-Leistungs-Verhältnis

Livedrive bietet drei primäre Tarifstrukturen für private Nutzer, jeweils flankiert von einer 14-tägigen kostenlosen Testphase:

  1. Livedrive Backup:

Der Einsteigertarif für reine Datensicherung. Er bietet unbegrenzten Cloud-Speicherplatz für genau einen Computer (Windows oder Mac). Externe Laufwerke können auf Wunsch mitgesichert werden. Die Briefcase-Synchronisation und offene Protokolle sind in diesem Basisplan nicht enthalten.

  1. Livedrive Briefcase:

Der reine Cloud-Speicher-Tarif für Synchronisation, mobilen Zugriff und Dateiaustausch. Er bietet 2.000 Gigabyte (2 Terabyte) Speicherplatz für eine unbegrenzte Anzahl von Rechnern und Mobilgeräten inklusive WebDAV- und FTP-Zugriff. Eine automatisierte Rechnersicherung ist hier nicht enthalten.

  1. Livedrive Pro Suite:

Das Kombinationspaket, das die Stärken beider Welten vereint. Es beinhaltet das unbegrenzte Backup für bis zu fünf separate Computer sowie ein auf 5 Terabyte vergrößertes Briefcase-Synchronisationslaufwerk für die gesamte Familie oder das Homeoffice-Team.

Für Unternehmen offeriert Livedrive gesonderte Business-Tarife mit flexibler Nutzerverwaltung, zentralen Rechnungsfunktionen und erweiterten Administrationskonsolen.

Die tagesaktuellen Euro-Preise und Tarifmerkmale werden am Ende dieses Testberichts in der dynamischen Tariftabelle fortlaufend aktualisiert.

6. Fazit & redaktionelle Empfehlung

Livedrive überzeugt durch sein praxisnahes Zweisäulen-Konzept: Anwender müssen sich nicht zwischen einer unbegrenzten Rechner-Absicherung und einem mobilen Synchronisationslaufwerk entscheiden, sondern können im Pro-Suite-Paket beides aus einer Hand nutzen. Die native Bereitstellung von WebDAV- und FTP-Schnittstellen stellt im Consumer-Segment eine echte Seltenheit dar und macht den Dienst für technikaffine Nutzer attraktiv, die Skripte oder alternative Dateimanager anbinden möchten.

Abstriche müssen hingegen bei der Datensicherheit und Souveränität gemacht werden. Der Verzicht auf eine clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung und die Serverstandorte im Vereinigten Königreich und den USA verwehren Livedrive Spitzenplätze im Bereich der Datenschutz-Champions. Zudem ist der günstige Einstiegstarif für Backups unflexibel an genau ein einzelnes Gerät gekoppelt.

Für Anwender, die eine verlässliche Komplettabsicherung ihres Hauptrechners suchen oder ihren Speicher über WebDAV und FTP in bestehende Arbeitsabläufe integrieren möchten, bleibt Livedrive eine interessante und funktional vielseitige Lösung mit der Testnote 3,8 (Gut).

Preise & Leistungsstufen

Tarifübersicht & Preise: Livedrive

* Alle Angaben inkl. MwSt., Preise können je nach Zahlungsintervall variieren.

TarifSpeicherPreis / MonatAbrechnungWichtige MerkmaleAktion
LiveDrive Backup 1.000 GB
1 TB
6,99 € / Monat
monatlich
🇪🇺 EU1.000 GB automatisches PC- oder Mac-Backup
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LiveDrive Briefcase 2.000 GB
2 TB
10,99 € / Monat
monatlich
🇪🇺 EU📁 WebDAV2.000 GB (2 TB) synchronisierter Briefcase-Speicher
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LiveDrive Pro Suite 5.000 GB
5 TB
16,99 € / Monat
monatlich
🇪🇺 EU📁 WebDAV5.000 GB (5 TB) Kombi-Speicher (Backup + Briefcase)
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