SugarSync im Test: Flexibler Cloud-Speicher mit individueller Ordnersynchronisation
Zuletzt redaktionell aktualisiert am
SugarSync
Server-Standorte: Welt
✓Stärken & Vorteile
- ✓Flexible Synchronisation beliebiger Ordner ohne Verschieben in Spezialordner
- ✓Gute Dateiversionskontrolle
- ✓Fernlöschung von Geräten bei Diebstahl
−Schwächen & Nachteile
- −Sehr teure Tarife ohne dauerhaften Gratisplan
- −Server in den USA ohne clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung
Fazit der Redaktion
Flexibler Synchronisations-Pionier für bestehende Ordnerstrukturen, dessen Preismodell im aktuellen Markt jedoch zu teuer ist.
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1. Überblick & erster Eindruck
SugarSync wurde im Jahr 2008 im kalifornischen San Mateo gegründet und gehört damit zu den echten Pionieren im Markt für cloudbasierte Dateisynchronisation. Das Unternehmen trat seinerzeit mit dem Anspruch an, eine flexiblere Alternative zum damals aufkommenden Platzhirschen Dropbox zu bieten. Während die meisten Anbieter ihre Nutzer dazu zwangen, alle zu synchronisierenden Dateien in ein einziges zentrales Stammverzeichnis zu verschieben, erfand SugarSync die freie Ordnersynchronisation: Anwender konnten beliebige bestehende Verzeichnisse auf ihrer Festplatte an Ort und Stelle belassen und direkt mit der Cloud abgleichen.
Im Laufe der Jahre durchlief das Unternehmen mehrere organisatorische Veränderungen und gehört heute zum Portfolio des US-amerikanischen Cloud- und Medienunternehmens Consensus Cloud Solutions (ehemals Teil von J2 Global / Ziff Davis). Die Zielgruppe umfasst vor allem Privatanwender, Freiberufler und kleine Teams, die über mehrere Arbeitsrechner hinweg eine strukturierte Synchronisation existierender Verzeichnisbäume benötigen, ohne ihre Dateistruktur manuell umbauen zu müssen.
Beim ersten Aufruf der Weboberfläche präsentiert sich SugarSync sachlich und aufgeräumt, wirkt im direkten Vergleich zu modernen Mitbewerbern wie pCloud oder kDrive jedoch optisch etwas in die Jahre gekommen. Ein dauerhaft kostenloser Basis-Tarif wird nicht mehr angeboten; Neukunden können den Dienst lediglich im Rahmen einer 30-tägigen Testphase unverbindlich erproben. Die Registrierung verlangt grundlegende Kontaktdaten und führt anschließend direkt zum Download der Desktop-Software, die für die Kernfunktionen des Dienstes zwingend erforderlich ist.
2. Funktionsumfang & Datensynchronisation
Das funktionale Alleinstellungsmerkmal von SugarSync ist die individuelle und geräteübergreifende Ordnersynchronisation. Statt wie bei Google Drive oder OneDrive einen spezifischen Synchronisationsordner vorauszusetzen, klinkt sich SugarSync direkt in das Kontextmenü des Betriebssystems ein. Nutzer klicken mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Ordner – sei es Dokumente, Bildersammlungen oder Projektarchive – und wählen den Befehl zur Synchronisation mit SugarSync.
Die Synchronisations-Engine arbeitet bidirektional und hält alle ausgewählten Verzeichnisse zwischen den verknüpften Geräten auf demselben Stand. Über den integrierten Dateimanager der Desktop-App (Magic Briefcase) können zudem gezielt Ordner mit anderen Geräten verknüpft oder rein als Cloud-Sicherung ohne lokalen Rückabgleich abgelegt werden. Eine selektive Synchronisation erlaubt es festzulegen, welche Ordner auf welchen Computern physisch heruntergeladen werden sollen.
Zur Absicherung gegen versehentliches Überschreiben oder fehlerhafte Dateiänderungen verfügt SugarSync über eine zuverlässige Dateiversionskontrolle. Bei jeder Modifikation einer Datei speichert das System historische Stände automatisch ab. Nutzer können über die Weboberfläche oder die Desktop-App auf ältere Versionen zugreifen und diese mit wenigen Klicks wiederherstellen. Auch ein digitaler Papierkorb schützt vor versehentlichen Löschungen, indem er entfernte Dateien temporär vorhält.
Für die mobile Nutzung stehen Apps für Apple iOS und Android im jeweiligen App Store bereit. Die Smartphone-Apps bieten einen automatischen Kamera-Upload, der neu aufgenommene Fotos und Videos selbsttätig in die Cloud sichert. Ein integrierter Media-Player ermöglicht das direkte Streaming von Videos und Musikstücken, ohne dass die Mediendateien vorab vollständig auf den lokalen Speicher des mobilen Endgeräts heruntergeladen werden müssen. Zudem lassen sich wichtige Dokumente für den Offline-Zugriff auf dem Smartphone markieren.
Ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für mobile Arbeitsumgebungen ist die Fernlöschung (Remote Wipe). Geht ein verknüpfter Laptop oder ein Mobiltelefon verloren oder wird gestohlen, kann der Nutzer im Webportal die Verknüpfung des Geräts trennen und anweisen, dass alle lokal synchronisierten SugarSync-Dateien beim nächsten Netzkontakt automatisch gelöscht werden.
Bei den Freigabe- und Kollaborationsfunktionen zeigt SugarSync jedoch klare Grenzen. Ordner und Dateien lassen sich per E-Mail-Einladung oder über öffentliche Download-Links teilen. Bei geteilten Ordnern können Berechtigungen zum Lesen oder Bearbeiten vergeben werden. Allerdings fehlt eine integrierte Online-Office-Suite zur gemeinsamen Live-Bearbeitung von Textdokumenten oder Kalkulationstabellen im Webbrowser. Nutzer müssen Dokumente herunterladen, lokal bearbeiten und zurücksynchronisieren, was die Zusammenarbeit im Team im Vergleich zu Google Docs oder Microsoft 365 umständlicher gestaltet. Zudem sind öffentliche Freigabelinks nicht durchgehend mit granularen Passwort- oder Ablaufzeit-Optionen konfigurierbar.
3. Sicherheit, Verschlüsselung & Datenschutz (DSGVO)
Im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz offenbart SugarSync im aktuellen Marktumfeld deutliche Schwachstellen, die insbesondere für europäische Kunden von Relevanz sind.
Sämtliche Datenbestände von SugarSync werden in Rechenzentren auf dem Staatsgebiet der Vereinigten Staaten gespeichert, unter anderem auf der Speicherinfrastruktur von Amazon Web Services (AWS S3). Für Unternehmen und Selbstständige im europäischen Raum bedeutet dies, dass alle Datenverarbeitungen der US-amerikanischen Rechtsordnung unterliegen. Durch Gesetze wie den US CLOUD Act und FISA 702 haben amerikanische Sicherheitsbehörden unter bestimmten rechtlichen Bedingungen die Möglichkeit, Einsicht in Datenbestände zu verlangen. Zwar stellt SugarSync Vereinbarungen zur Auftragsverarbeitung (DPA) nach EU-Standardvertragsklauseln bereit, eine vollständige Datensouveränität nach strengen DSGVO-Kriterien auf europäischem Boden ist jedoch infrastrukturell nicht gegeben.
Die Datenübertragung zwischen den Endgeräten und den Cloud-Servern erfolgt verschlüsselt über das TLS-Protokoll (Transport Layer Security). Ruhende Daten auf den Speichersystemen werden mit dem Algorithmus AES-256 chiffriert.
Eine clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) bietet SugarSync jedoch nicht an. Die kryptografischen Schlüssel für die serverseitige Verschlüsselung werden vom Anbieter verwaltet. Das bedeutet, dass Mitarbeiter des Unternehmens oder autorisierte Administratoren technisch in der Lage wären, auf unverschlüsselte Dateien zuzugreifen. Nutzer, die sensible Geschäftsunterlagen oder persönliche Daten ablegen möchten, müssen zwingend auf externe Verschlüsselungsprogramme wie Cryptomator zurückgreifen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Kontoschutz: SugarSync unterstützt in seinen Standardtarifen für Privatanwender keine moderne Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) über zeitbasierte Einmalkennwörter (TOTP) oder Sicherheitsschlüssel. Diese Schutzfunktion bleibt weitgehend den teureren Business-Plänen vorbehalten, was das Schutzniveau für Einzelnutzer spürbar absenkt.
4. Bedienung, Performance & Praxiserfahrungen
Die Erstkonfiguration von SugarSync verläuft auf Windows- und macOS-Systemen weitgehend selbsterklärend. Nach dem Download führt ein Assistent durch die Einrichtung und fragt ab, welche Verzeichnisse synchronisiert werden sollen. Die Einbindung in das Kontextmenü des Betriebssystems funktioniert im Praxistest zuverlässig und erleichtert das Hinzufügen neuer Ordner erheblich.
Im alltäglichen Dauerbetrieb zeigt die Desktop-Software ein gemischtes Bild. Bei moderater Dateianzahl läuft die Hintergrundsynchronisation stabil. Werden jedoch umfangreiche Verzeichnisbäume mit zehntausenden kleinen Dateien initial abgeglichen, beansprucht der Desktop-Prozess spürbare Systemressourcen. Auf älteren Rechnern kann dies zu erhöhter Prozessorlast und spürbarem Lüftergeräusch führen. Zudem traten bei großen Dateimengen gelegentlich Verzögerungen beim Erkennen lokaler Änderungen auf.
Die Datenübertragungsraten von SugarSync hängen stark vom Routing zu den US-Rechenzentren ab. Während der Download einzelner größerer Dateien an deutschen Breitbandanschlüssen akzeptable Bandbreiten erreicht, fällt die Upload-Geschwindigkeit im direkten Vergleich zu in Deutschland oder der Schweiz gehosteten Anbietern merklich ab. Für den Austausch kleinerer Office-Dokumente reicht die Leistung aus; bei mehrstündigen Backups umfangreicher Foto- und Videosammlungen macht sich die Transatlantik-Latenz bemerkbar.
Die mobilen Apps für iOS und Android erfüllen ihren Zweck solide. Die Menüführung ist überschaubar, der Foto-Upload startet im WLAN zügig und die Vorschau gängiger Dateiformate funktioniert fehlerfrei.
Der Kundenservice von SugarSync wird primär über ein englischsprachiges Ticket- und Helpdesk-System abgewickelt. Auf der Website stehen eine FAQ-Sektion sowie Videoanleitungen zur Verfügung. Bei individuellen Anfragen per Support-Formular müssen Anwender häufiger Geduld aufbringen, da Antworten meist mit spürbarer Zeitverzögerung eingehen. Ein telefonischer Support oder deutschsprachiger Live-Chat ist für Standardkunden nicht vorhanden.
5. Tarife & Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Tarif- und Preismodell von SugarSync gehört zu den kostspieligsten Angeboten im gesamten Cloud-Speicher-Vergleich. Nach dem Wegfall des früheren kostenlosen Basistarifs bietet das Unternehmen ausschließlich kostenpflichtige Monats- und Jahresabonnements an.
Für Einzelnutzer stehen Tarife wie SugarSync 100 GB, 250 GB und 500 GB zur Auswahl. Für kleine Teams und Unternehmen existiert ein Business-Tarif mit 1.000 Gigabyte (1 Terabyte) Speicherplatz für bis zu drei Benutzer, der sich um zusätzliche Nutzerlizenzen erweitern lässt.
Auffällig ist das ungünstige Preis-pro-Gigabyte-Verhältnis: Während marktübliche Konkurrenten wie Google Drive, Microsoft OneDrive, pCloud oder kDrive für rund 10 Euro pro Monat Speicherkontingente von 2.000 Gigabyte (2 Terabyte) bereitstellen, verlangt SugarSync für einen Bruchteil dieses Speicherplatzes (z.B. 100 oder 250 GB) vergleichbare oder sogar höhere Monatsbeträge.
Hinzu kommt, dass alle Tarife in US-Dollar abgerechnet werden. Europäische Kunden tragen somit das Wechselkursrisiko und müssen gegebenenfalls Gebühren für Auslandstransaktionen ihrer Kreditkarte einkalkulieren. Die Zahlung erfolgt standardmäßig per Kreditkarte.
Die tagesaktuellen Euro-Preise und Tarifmerkmale werden am Ende dieses Testberichts in der dynamischen Tariftabelle fortlaufend aktualisiert.
6. Fazit & redaktionelle Empfehlung
SugarSync besitzt mit der freien Ordnersynchronisation ohne Zwang zu einem speziellen Stammverzeichnis nach wie vor ein starkes und praktisches Komfortmerkmal. Wer seine gewachsene Ordnerstruktur auf dem Computer unangetastet lassen möchte und Wert auf einfache Dateiversionierung sowie eine Fernlöschfunktion bei Geräteverlust legt, findet in SugarSync ein zuverlässiges Synchronisationswerkzeug.
Dennoch kann der Dienst im modernen Wettbewerbsumfeld nicht mehr mit der Spitzengruppe mithalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist im Vergleich zu den Terabyte-Preisen europäischer und internationaler Mitbewerber stark überteuert. Die ausschließliche Datenspeicherung in den USA ohne clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung, das Fehlen einer Zwei-Faktor-Authentifizierung in den Einstiegstarifen sowie der eingeschränkte englischsprachige Support führen zu deutlichen Punktabzügen.
In unserem Testbericht erreicht SugarSync eine Gesamtwertung von 3,7 von 5,0 Punkten. Der Dienst empfiehlt sich heute nur noch für eine kleine Nische von Nutzern, die gezielt auf die beliebige Ordnerauswahl angewiesen sind und bereit sind, dafür einen deutlichen Aufpreis in Kauf zu nehmen.
Tarifübersicht & Preise: SugarSync
* Alle Angaben inkl. MwSt., Preise können je nach Zahlungsintervall variieren.
| Tarif | Speicher | Preis / Monat | Abrechnung | Wichtige Merkmale | Aktion |
|---|---|---|---|---|---|
SugarSync 100 GB | 100 GB | 10,94 € / Monat | monatlich | 100 GB Cloud-Speicher für beliebige Ordner | Tarif wählen / Zum Angebot |
SugarSync 250 GB | 250 GB | 16,41 € / Monat | monatlich | 250 GB flexibler Speicherplatz | Tarif wählen / Zum Angebot |
SugarSync 500 GB | 500 GB | 27,36 € / Monat | monatlich | 500 GB Speicherplatz | Tarif wählen / Zum Angebot |
